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Von Saigon nach Hanoi (Januar / Februar 2004)

Die Vorbereitung

Also besorgte ich mir einen Reiseführer und habe auch im Internet viel recherchiert. Nach dem Studium mehrerer älterer Reiseführer (Stand Anfang / Mitte der 90er) dachte ich an eine Reihe medizinischer Vorsichtsmaßnahmen. Da war von Malariaprophylaxe, vielen Impfungen, abgekochtem Wasser und "Cook it, boil it, peel it or forgett it!" die Rede und das wo ich so gerne Eis esse.

Impfungen

Ich habe mich dann für viele hundert Euro gegen Tollwut, Hepatitis A+B, Typhus und Diphtherie impfen lassen. Die Impfärzte sind da auch nicht zimperlich und injektieren schon mal links die Tollwut und rechts die Hepatitis. Hab die Impfungen gut vertragen, aber meine Arme taten doch jedes Mal 2-3 Tage weh.

Im Nachhinein ärgere ich mich darüber. Diese Impfungen halten zwar 10 Jahre, aber sind für ein Land, wie Vietnam nicht notwendig. Solange sich Touristen in den größeren Städten aufhalten und nicht auf eigene Faust in unwegsames Gelände aufbrechen besteht kaum eine Gefahr. Tollwut kann auch in Deutschland auftreten, Hepatitis A ist nicht so gefährlich und die B Variante ist nur gefährlich für Leute, die auf der Suche nach Sex sind. Die Typhus Impfung hilft wohl nur bei 60% aller Infektionen, war aber auch mit 25 Euro die preiswerteste. Eine Tollwutspritze kostet über 50 Euro und drei sind davon notwendig.

Lange nach meiner Reise bekam ich einen Brief der Impfambulanz, in dem stand, das der Tollwutimpfstoff aus Sicherheitsgründen von der Herstellerfirma zurückgerufen wurde und ich kann mich kostenfrei nachimpfen lassen. Na schönen Dank auch, die Spritzen waren schon ein bisschen unangenehm.

Ich bin kein Arzt und gebe hier nur meine private Meinung wieder. Es gibt inzwischen auch eine ganze Reihe von Ärzten, die auch auf die Nachteile und Risiken von Impfungen hinweisen. Wer sich genauer informieren möchte findet in größeren Städten Tropeninstitute, die Touristen beraten, aber an einer Impfung auch Geld verdienen (http://www.charite.de/tropenmedizin/). Auch eine Malariaprophylaxe ist nicht ganz billig und nicht unbedingt notwendig. Ich hatte zwar den einen oder anderen Mückenstich, aber auch  in den preiswerten Touristenhotels ($10-$15 pro Doppelzimmer und Nacht) gibt es Klimaanlagen und Moskitonetze.

SARS und die Vogelgrippe

Wenn Sie zu den besten BSE, Schweinepest und Hüner-Dioxin-Skandal Zeiten gefragt worden wären, ob denn ein Urlaub in Deutschland sicher sei, was hätten Sie geantwortet? Vietnam hat eine Bevölkerung von 80 Millionen Menschen. An den beiden Krankheiten sind weniger als 100 Menschen gestorben. Sie können mir glauben, der Straßenverkehr ist viel gefährlicher, als diese Krankheiten. Zu meiner Reisezeit (Jan.-Feb. 2004) war SARS kein Thema mehr und die Vogelgrippe war gerade aktuell, siehe auch Hoi An.

Ich bekam 3 SMS von Freunden (deutsches Handy klappt super), das ich mich vorsehen soll. Offenbar hatte niemand das Kleingedruckte gelesen. Erhitztes Fleisch und Eier waren ungefährlich. Gefährdet waren vor allem Arbeiter auf Hühnerfarmen, die mit den Sekreten und Exkrementen der Tiere direkt in Berührung kamen. Ich habe nur Omelett und Hühner Curry gegessen und das war sehr lecker. Es wird eben nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird, Hauptsache, es wird gekocht :-)

Inzwischen (Okt 04) soll wohl das erste Mal die Übertragung der Krankheit zwischen Menschen aufgetreten sein. Also am besten vorher kurz informieren.

Ein armes Land?

Kaufhalle-Hanoi.jpg (114763 Byte)Auch wenn in Zeitungen zu lesen ist, das Vietnam ein sehr armes Land ist, so gibt es in den großen Städten eine sehr gute und moderne Infrastruktur. Die Unterschiede im Land sind sehr groß. Abseits der Touristenzentren und der großen Städte ist der Lohn eines Reisbauern ca. $30 im Monat. In Saigon verdient ein Mittelklassebürger so seine $300-$500. Aber das Wirtschaftsleben funktioniert dort anders als hier. Die ganze Familie arbeitet zusammen am Einkommen der Familie und hilft einander. Die Auslandsvietnamesen tragen ebenfalls zum Einkommen der Familien in Vietnam bei und schicken viel Geld nach Hause. Das soziale Netz bildet also die Familie und nicht der Staat. Vielleicht können wir davon in Deutschland lernen und uns an unsere alten Zeiten zurück erinnern.

So finde ich die Frage schwierig zu beantworten, ob die Menschen dort arm sind. Verglichen mit einem westeuropäischen Einkommen ist der Lohn fast nichts. Aber die Leute sind gut gekleidet, haben ihre Handys und Mopeds, Autos sind noch zu teuer und selten. Und die meisten haben ein Haus, deren Qualität immer besser wird. Wie soll Lebensqualität bewertet werden? Die Menschen machten jedenfalls einen optimistischen und fröhlichen Eindruck.

Was mitnehmen?

Ich habe lange überlegt, was ich einpacken soll und dachte am Anfang an Überlebensausrüstung. Am Ende habe ich das gleiche wie bei meinem letzten Türkeiurlaub mitgenommen. Im Norden kann es schon mal kühl werden und im Süden ist es meist sehr warm. Eine umfangreiche Webseite ist http://www.vietnam-guide.de/vietnam/indextippsaus.htm. Aber auch diese scheint nicht mehr ganz aktuell. In Hanoi und in Saigon, aber auch in anderen großen Städten sind Supermärkte, oder auch Kaufhallen, wie ich immer gerne sage, mit komplett westlichem Sortiment zu finden. Dort sind alle bekannten Hygieneartikel zu finden. Diese importierten Produkte sind aber auch nicht so billig wie einheimische, aber auch nicht viel teuerer als in Deutschland.

Geld

Es gibt in allen größeren Städten (in allen in denen ich war) Geldautomaten (ATM's) an denen mit der normalen EC Karte (Meastro) Geld abgehoben kann für eine vernüpftige Gebühr. Ich hatte auch ein paar Dollar in Bar mit, aber die brauchte ich kaum. An den meisten Orten kann statt Dollar auch mit Euros bezahlt werden, im Land bezahlt man aber normalerweise mit Dong, die ich mir immer von den Geldautomaten besorgt habe.

Der Flug

Ich bin mit Malaysia Airlines via Frankfurt und Kuala Lumpur nach Saigon geflogen. Eine sehr netter Flug mit sehr elegant gekleideten Flugbegleiterinnen ;-), über die Stewards möchte ich mir kein Urteil erlauben. Nach einer Weile habe ich auch herausgefunden das die Meilen- und Richtungsangaben auf dem Flugmonitor nach Mekka weisen und irgendwo oben auch ein Gebetsraum ist. Ein bisschen befremdlich fand ich dann bei der Landung den Kommentar: Das Drogen und Waffenbesitz mit der Todesstrafe geahndet werden, die auch an Ausländern vollstreckt wird. Na ja, man kann ja auch auf dem Flughafen bleiben, der sehr modern und ein bisschen übergroß wirkt. Ich habe meine 8 Stunden Aufenthalt trotz Warnung für einen kurzen Ausflug in die Stadt genutzt.

Mein Flug hat hin- und zurück 770 Euro gekostet und der Service war gut. Aber es geht auch billiger. Nach einer Suche im Netz kann auch ein Flug unter 700 Euro gefunden werden. Viele Fluglinien bieten auch preiswerte Flüge für junge Leute und Stundenten an. Leider fast immer nur über Frankfurt, aber Berlin, was ist das eigentlich?? Drei Flughäfen, aber alle drei provinziell :-(

Welcher Reiseführer?

Der erste war ein Marco Polo, aber der kann ruhig in den Skat gedrückt werden, viel zu knapp, eher ein Info Heftchen mit bunten Bildchen. In englischer Sprache gibt es die Lonely Planet Serie, die für  fast alle spannenden Reiseziele Bücher hat. Echte Sparfüchse kaufen in Saigon für 5-10 Doller eine "originale" Kopie des Lonely Planet :-) Wer es lieber Deutsch mag, für den ist Steffan Loose Verlag, Badecker und Reise Know How interessant.

Ich habe unterwegs immer mal bei dem einen oder anderen Mittouristen in den Reiseführer geschaut und diese sind mir positiv aufgefallen. Sie können tatsächlich anhand der Telefonnummern ein Hotel bestellen. Allerdings ist gerade in Vietnam eine Boomzeit ausgebrochen und jedes Jahr schießen neue Hotels wie Pilze aus dem Boden, so das sich niemand Sorgen machen muss ohne Schlafplatz zu bleiben.

www.lonelyplanet.com www.reise-know-how.de www.baedeker.de stefan-loose-verlag.travelbooks.de

Wenn Sie eines dieser Bücher über meinen Link bestellen, bekomme ich eine kleine Prämie von Amazone, das hilft mir diese Webseite weiter zu betreiben.

Welche Reiseroute in Vietnam

Die Route in Vietnam ist leicht. Entweder Touristen reisen von Süden nach Norden oder umgekehrt. Unterwegs trifft man auch immer wieder die gleichen Leute, die die gleiche Richtung haben und sich unterschiedlich lange an den einzelnen Stationen aufhalten. Bei der Reise haben Sie alle Freiheiten. Es gibt offene Bustouren zwischen den großen Städten (Open Tour). Am Abend vor der Weiterreise sagen Sie im Hotel Bescheid und meist werden Sie dann am nächsten Morgen vor dem Hotel vom Bus eingesammelt. Das Schöne ist, das Sie völlig ungebunden sind. Sie können ein Ticket mit verschiedenen Zwischenstopps buchen.
Für die großen Entfernungen empfiehlt sich aber der Zug, zum Beispiel von Hue nach Hanoi. Beim Zug kann es Engpässe geben, also am besten gleich nach der Ankunft im Land die Zugreise buchen oder nachfragen, ob es notwendig ist.

Ich habe die Süd-Nord Strecke gewählt. Der Süden ist immer warm und etwas chaotischer, der Norden kann schon kühl sein im Winter und ist disziplinierter, an roten Ampeln wird sogar gehalten :-)

In den Touristenführern werden ca. 15 Städte empfohlen und diese bieten eine komplette touristische Infrastruktur. Der abenteuerlustige Urlauber sollte lieber Städte ansteuern, die nicht in jedem Reiseführer genannt werden. Aber auch in diesen Städten werden Sie eine touristische Infrastruktur antreffen, nur wenn Sie abseits der großen Städte reisen, dann müssen Sie sich auf sehr einfache Verhältnisse einstellen. Theoretisch dürfen Sie auch nicht einfach irgendwo übernachten. Ihr Gastgeber braucht eine Genehmigung um ausländische Touristen zu beherbergen. Das sind wohl Relikte aus der kommunistischen Zeit. In den großen Städten fragt niemand mehr wer wo übernachtet, aber in einem kleinen Ort fällt es halt auf.
Noch besser ist, wenn Sie in einer größeren Gruppe reisen, dann können Sie sich Ihren eigenen Fahrer mieten und Vietnam sehr individuell erkunden.

Unterkünfte

In vielen Ländern empfiehlt es sich ein Hotel langfristig zu buchen. Aber in Vietnam gibt es viele neu gebaute Hotels und es war überhaupt kein Problem eine Unterkunft vor Ort zu finden. Entweder Sie rufen eines der in den Reiseführern stehenden Hotels an oder Sie sehen sich die Hotels vor Ort an. Der Bus setzt Sie vor einem Hotel ab und dort werden Sie auch von einigen Hotelwerbern angesprochen. Sehen Sie sich die Hotels an, oft haben die Werber auch Prospekte dabei. Für 15-20$ bekommt man ein schönes Doppelzimmer, in das auch oft drei Leute reinpassen (Doppelbett + Einzelbett) , mit Klimaanlage und Bad.

Für den low cost Reisenden gibt es auch Alternativen unter 10$ das dann aber nicht immer so toll aussieht, aber auch ein sauberes Bett zum schlafen hat. Da muss man sich vor Ort umsehen. Nach oben sind die Preise natürlich wie immer offen und selbst in so einem preiswerten Land wie Vietnam können Zimmer für weit mehr als 100$ gemietet werden. Was da wohl so alles inklusive ist?

Als sehr teuer hat sich das sichere Buchen von Saigon aus erwiesen. Am zweiten Tag der Reise gingen wir ins Reisebüro um die weitere Reise zu planen und das Open Tour Busticket zu kaufen. Wir erkundigten uns nach Hotels und buchten dann alle Hotels bis zum ersten Tag im Norden, in Hanoi. Dadurch zahlten wir immer 5$-15$ mehr als wenn wir uns vor Ort erkundigten hätten. Für die erste Nacht im Land ist es nicht schlecht, im Voraus zu reservieren, aber dann solltet Ihr Euch vor Ort umsehen.

Für die ersten zwei Tage buchen Sie ein Hotel über die offilzielle tourismus seite die auch Hotel Infos bereit hält. Es gibt aber in allen größeren deutschen Städten auch vietnamesische Reisebüros, in denen Sie fragen können. Ganz individuelle Erfahrungsberichte von Reisenden finden Sie in den Foren, siehe Internet. Außerdem bekommen Sie da auch viele andere Fragen über Vietnam beantwortet.

Hanoi

Die erste Nacht verbrachte ich in einem 35$ Hotel, welches ich bereits in Saigon gebucht hatten. Nach den Erfahrungen der Reise schaute ich mich vor Ort nach einer preiswerten Alternative um und stießen auf dieses Hotel für 15$ : www.namhai2hotel.com Dazu kommt noch eine kleine Umsatzsteuer.

Das Hotel und das Zimmer war sehr schön und die Hotelbetreiber sehr freundlich und hilfsbereit.

Hoi An

Ein sehr schönes Hotel in Hoi An für 30$ die Nacht. Ich hatten leider schon in Saigon gebucht, sonst hätte ich ein 15$ Hotel ohne Swimmingpool genommen. Wie in den meisten Hotels gab es kleine Schludereien beim Bau. Hier ging die Bad-Tür nur sehr schwer zu und es hing ein Kabel aus der Wand, da sollte wohl mal eine Lampe angeschlossen werden. Aber sonst viel schöner eingerichtet, als deutsche Hotels dieser Preisklasse.

Ha Long Bay

Sehr gut gefiel mir die Fahrt durch die Ha Long Bay mit einer Dschunke, einem Segel/Motor Schiff. Die Kabine war klein, aber schön. Die Nächte können im Februar im Norden sehr frisch sein und auf der Dschunke gab es leider keine Heizung wie in den Hotels, in denen die Klimaanlage auch heizen konnte. Es gab auch teurere Dschunken, die sicher auch eine Heizung haben, also vorher fragen. Zwei Tage eine Nacht kostet zwischen 30-65$, Essen inklusive.

Saigon

Meine erste Nacht in Vietnam, nach 35 Stunden Reisezeit von Haustür zu Haustür. Die billigen Flüge haben eben auch Nachteile.

Ein preiswertes Hotel in Saigon für 12$ die Nacht. Sehr zentral gelegen, aber im Bad leider mit ein bisschen Schimmel und das Fenster ging in den Gang hinaus, also keine frische Luft. Dafür stand ein Reiskocher im Zimmer und kaltes Bier gab's auch, kleiner Schlummertrunk :-)

Straßenverkäufer

Die Touris erscheinen den Vietnamesen als superreich. Was ein Vietnamese auf dem Land in einem Monat verdient, verdienen viele Deutsche in einer Stunde. Das wir Touris in unseren Heimatländern aber auch andere Lebenskosten haben, das verstehen interessanterweise nur wenige. Viele denken, das wir ein westliches Gehalt verdienen, aber vietnamesische Lebenshaltungskosten haben. Ich habe dann immer versucht den Leuten zu erklären, das eine Fahrkarte für den Bus schon 2 Euro in Berlin kostet.

Viele Vietnamesen versuchen das Familieneinkommen nach der regulären Arbeit oder Schule mit Straßenverkäufen aufzubessern. Insgesamt geschieht das ganze nicht zu aufdringlich. Andere Traveler haben mir berichtete, das Ägypten oder Indien schlimmer sind. Aber es gibt eben doch manchmal sehr enttäuschte Gesichter, wenn nichts gekauft wird. In der Türkei wurde ich auch öfter angequatscht, je nachdem wo ich war.

Ich habe einfach manchmal etwas gekauft und manchmal nicht. Insbesondere, wenn Kinder oder Kriegsversehrte etwas anbieten, fällt es schwer nein zu sagen, aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Ich sage dann immer: No thank you und gehe weiter. Besonders lustig wird es immer, wenn man bereits drei Armbänder gekauft hat und dann jemand kommt und einem das vierte Armband anbietet. Wenn ich dann sage, ich habe doch schon drei, dann sind die Leute auch nicht verlegen und antworten: "Yes, it's the same, but different!" Inzwischen kann man auch schon TShirts kaufen mit dem Spruch :-)

Ich habe sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Im Mekong Delte boten kleine Kinder ihre selbst gebastelten Grashüpfer an, da habe ich jedem 300 Dong gegeben, das ist fast nichts in Euro, aber die kleinen haben sich gefreut.

In Hoi An hatte ich abends eine längere Diskussion mit einem Jungen, der erstaunlich gut englisch sprach, mir einen Glücksbringer für einen Euro verkaufen wollten und meinte, das ein Euro nichts für mich wert sein, es sei sehr billig. Ich habe dann versucht ihm zu erklären, das wenn ich jeden Tag nur 5 Euro für Straßenverkäufer ausgebe und davon gibt es genug, dann kommt ganz schön was zusammen in drei Wochen. Es war schwierig für ihn das zu verstehen. Viele glauben dort einfach das alle Deutschen (und die Schweizer so wie so :-) superreich und wir nur zu geizig sind.

Auf dem Wolkenpass zwischen Hue und Danang verkaufte mir eine Händlerin diese vietnamesische Salbe mit dem goldenen Stern drauf, die kannte ich noch aus meiner Jugend. Ich kaufte aber nicht viel. Nach einem Moment kam sie zurück und meinte, ich hätte ihr nur 5000 statt 20000 Dong gegeben. Ich wußte aber sehr genau, das ich ihr 20000 gegeben hatte. Ärgerlich nahm ich ihre 5000 die sie mir unter die Nase hielt und gab das Gekaufte ihr zurück. Nach zwei Minuten kam sie erneut zu mir, entschuldigte sich und gab mir die Salbe und ich gab ihr die 5000 wieder. Sie meinte, sie hätte sich geirrt und den anderen Schein wiedergefunden. Ich weiß nicht, ob es Not ist oder Gier. Letztlich hat das Gewissen gesiegt und mir ist so etwas auch nur einmal in den drei Wochen passiert.

Sinh Cafe und die Reisebüros

In Vietnam können Sie sehr flexibel reisen und müssen nicht lange im Voraus planen. Am besten Sie buchen Hotels und Ausflüge vor Ort, da sparen Sie eine Menge Geld und die Leute vor Ort haben auch mehr davon.

In den großen Städten gibt es ein etabliertes Standardprogramm zu beliebten Ausflugszielen, es ist aber nicht ganz leicht die verschiedenen Reisebüros und Veranstalter auseinander zu halten. Einer der bekanntesten ist Sinh Cafe, aber leider sind Markennamen in Vietnam nicht geschützt und nicht immer ist Sinh Cafe drin, wo es drauf steht. Tipps bekommen Sie in den Foren und in den Reiseführern. In den Hotels vor Ort, gibt es auch genug Infomaterial mit Bildern über beliebte Reiseziele.
Der Hauptunterschied ist die Größe der Reisegruppe. Das kann zwischen 5 und 40 Personen schwanken, liegt aber meist bei ca. 15. Eine angenehme Größe, da werden Sie viele Leute aus aller Welt kennen lernen, auch viele deutsch sprechende. Fragen Sie! So kann ein Ausflug 10$ pro Person kosten und er kann auch 50$ kosten. Wenn es nur um eine Bustour geht, dann ist die Größe der Gruppe wichtig, aber bei einer Übernachtung vor Ort oder auf dem Boot sollten Sie sich nach dem Standard erkundigen. Da können nämlich auch einige Preisunterschiede begründet liegen. Unser Boot in der Ha Long Bucht hatte keine Heizung, was im Winter schon kühl sein kann.
Die Buchung können Sie am Nachmittag vorher im Hotel beim Portier machen, wenn Sie nicht einen besonderen Veranstalter suchen. Sie werden dann morgens abgeholt. Sie können nicht viel falsch machen und die Menschen dort sind sehr freundlich.

Man spricht deutsch
Es gibt nicht wenige Vietnamesen, die in Deutschland studiert, promoviert oder als Gastarbeiter gearbeitet haben. Auf Nachfrage wird Ihnen auch ein deutschsprachiger Reiseführer vermittelt. Der kostet aber ca. 15$ pro Tag extra, da die Ausflüge normalerweise in Englisch sind.

Die Sprache

Nehmen Sie sich einen Reiseführer, in dem die wichtigsten Redewendungen in vietnamesischer und in Lautschrift angegeben sind und machen Sie sich den Spaß und probieren Sie ihre Fertigkeiten in Deutschland bei einem Vietnamesen aus. Das wird sehr lustig für den Vietnamesen :-)

Im vietnamesischen spielt die Tonlage bei der Aussprache eine große Rolle. Dafür gibt es 7 komischen Kringel über und unter den Buchstaben. Ein paar kann ich mir ja noch vorstellen, etwa: Stimme heben oder senken. Es gibt aber wohl auch heben und senken und das wird mir dann zu kompliziert. Deutsch ist mir mit seiner Grammatik auch zu kompliziert. Insgesamt mag ich als Informatiker gar keine Sprachen, es gibt einfach immer nur Ausnahmen und Ausnahmen von den Ausnahmen.

Ein kleines Beispiel: Der Reiseführer im Mekong Delta meinte er heiße Khai , aber wir sollten nicht Kai sagen, das bedeutet "stinken", sondern Kaaaaaai !! Gefährlich da mit einem Buch loszuziehen, da bleib ich lieber bei Englisch :-)

Wer es aber ganz genau wissen möchte und im Gegensatz zu mir über eine gewisse Sprachbegabung verfügt, der kann sich ja diesen Vietnamesisch Kurs für Touristen geben :-)

Politik / Geschichte

Ich will hier keine historisch korrekte und vollständige Geschichtsschreibung betreiben, aber doch ein paar Eckpunkte erwähnen. Der Interessierte findet genug Informationen in den Reiseführern und im Netz.

Die chinesischen Schriftzeichen für Vietnamesen sind wohl "umherziehen" und "Streitaxt". So haben sich die Vietnamesen in den vergangenen Jahrhunderten ihren Weg von Norden nach Süden gebahnt und dabei auch das alte "Champa" Reich (siehe My Son) erobert. Es gab immer wieder Konkurrenz zwischen Siam (Thailand) und Vietnam.  Kampuchea (Kambodscha) und Laos waren in der Mitte und hatten eher schlechte Karten.

Dann tauchten die Kolonialmächte auf und Frankreich machte sich in Indochina breit. Man kann darüber denken was man möchte, aber durch die französische Präsenz herrschte eine Art Frieden in der Region, die abgewandelten chinesischen Schriftzeichen wurden durch das lateinische Alphabet mit den Kringeln für die Betonung ersetzt und technischer Fortschritt hielt auch in Vietnam Einzug. Es war aber eben doch eine Kolonialbesatzung.

Die Franzosen wurden durch die Japaner vertrieben, die dann wieder rum von den Briten und von Ho Chi Minh's Partisanenarmee vertrieben wurden. Die Vietnamesen kämpften gemeinsam mit den Briten und Amerikanern gegen die Japaner und für ihre Freiheit. Waffen bekamen sie von den Westalliierten kaum. Und dann der große Verrat am Kriegsende. Die Briten setzen doch tatsächlich die japanischen Soldenten ein um die Vietnamesen unter Kontrolle zu halten und es so den Franzosen zu ermöglichen zurück zu kehren. Das war schon starker Tobak, zumal die Japaner sehr brutal während der Besatzungszeit waren.

Den Rest kennt man ja. Es gab einen endlosen Krieg seit dem Einmarsch der Japaner. Nach den Japanern gegen die Franzosen, übrigens mit vielen ehemaligen deutschen Soldaten, die nach dem Krieg der Fremdenlegion beitraten, hatten ja nix anderes gelernt. Die Franzosen erhielten von den Amerikanern preiswert überlagerte Bomben und Napalm, das im WKII und in Korea keine Verwendung mehr fand. So kann man auch seine Entsorgungsprobleme lösen.

Nach dem klar war das die Franzosen sich nicht mehr halten können wurden sie von den Amerikanern abgelöst. Man kann jetzt sagen was man möchte, aber mit ihren gnadenlosen Flächenbombardement haben die Amis mehr Kulturgüter auf der Welt zerstört, als der Zahn der Zeit. Aktien an einer Bombenfabrik zu haben muss sich wirklich lohnen. Nun als deutscher darf ich da ja nicht so viel sagen, obwohl musste Dresden 45 sein? Aber die armen Vietnamesen hatten es nun wirklich nicht verdient. Es sind so schöne Bauwerke zerstört worden und Vietnam hat es nicht leicht alles wieder aufzubauen. Allerdings muss ich auch sagen, das die Altstadt von Ha Noi verschont wurde. Warum aber dann nicht My Son und Huê? Ok, da waren Kämpfe, aber immer gleich alles platt machen?

Das Absurde jedoch zum Schluss: Die Amerikaner wollten den Kommunismus verhindern und haben es in Vietnam nicht geschafft. Aber der Zahn der Zeit hat es geschafft! Offiziell ist dort noch alles schön sozialistisch, aber dort herrscht eine sehr freie Marktwirtschaft mit einem Einparteiensystem. Amerikaner sind auch als Touristen im Land willkommen. Warum versuchen manche Politiker einer fremden Kultur ein fremdes System überzustülpen?

Ich bin sicher, das es den meisten Vietnamesen, die mit Onkel Ho kämpften mehr um die Freiheit ihres Landes und ein besseres Leben ging, als um den Kommunismus. Denn seien wir doch mal ehrlich: Die meisten Menschen auf der Welt interessieren sich kaum für Politik, sondern wollen nur ein schönes friedliches Leben.

Mit dem Sieg über die Amerikaner war das Chaos aber noch nicht vorbei. Es gab noch Probleme mit Pol Pot in Kambodscha, einem der größten Mörder der Geschichte. Aber als die Vietnamesen in Kambodscha einmarschierten um diesen unmenschliche Morden zu beenden und sicher auch um Einfluss in Kambodscha zu haben, was haben dann unsere großen Freunde der Demokratie und Menschenrechte gemacht? Die USA hat den Roten Khmer, den Mörderbanden, Waffen geliefert. Bei so einer Form der Realpolitik brauchen wir uns nicht zu wundern, das das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der westlichen Welt in anderen Teilen der Erde sehr gelitten hat.

Danach gab es auch noch einmal kurzen Krach mit China, wobei die Chinesen einigen Grenzorte zerstörten sich aber auch eine blutige Nase an den kampferprobten Vietnamesen holten.

Fazit

Ich hoffe das amerikanische Präsidenten sich in Zukunft mehr Gedanken machen, bevor sie mal wieder versuchen die Welt sicherer und dafür Millionen von Menschen platt zu machen. Ich will mal jetzt hier nicht schwarz weiß malen, Im August war ich in Südkorea und ich weiß, das die älteren Südkoreaner sehr froh sind das die Amerikaner sie beschützt haben. Obwohl der Korea Krieg auch sehr schräg war. Siehe auch den Bericht über meine Koreareise. Ich würde mal Glauben, das der Hauptfehler bei den Briten lag, die versucht haben, nach dem 2. Weltkrieg wieder das Kolonialsystem der Franzosen in Vietnam zu installieren. In Korea lief das alles ein bisschen anderes.

Heute jedenfalls ist die Region zu meiner Freude zur Ruhe gekommen und die Vietnamesen arbeiten hart und fröhlich daran ein Tigerstaat zu werden.
Viel Glück :-)

Mir hat meine Reise sehr gefallen und ich fand die Menschen freundlich und nett. Klar wollen sie Geschäfte machen mit Touristen, aber ich denke, das geschieht viel ehrlicher als in anderen Ländern. Im Land selbst werden Kinder noch sehr streng nach einem Moralkodex erzogen. Obwohl das lässt auch nach. Noch vor 10 Jahren wäre knutschen in der Öffentlichkeit verpönt gewesen. Ich habe dieses Jahr in Hanoi am See ein Moped nach dem anderen gesehen, jeweils mit einem Mädchen und einem Jungen und die waren ganz schön am knutschen :-)


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