Von Saigon nach Hanoi (Januar / Februar 2004)
Saigon - 26.01.2004 - 28.01.2004
Tag 1 - Meine Ankunft
| Auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Saigon habe ich mich mit einem Inder, der
für BP arbeitet unterhalten. Es war ein angenehmer Flug mit Vietnam Airlines.
Nach zwei Stunden setzten wir in Saigon auf. Freudig ging ich zum Ausgang, wo
alle Gepäckstücke durchleuchtet wurden. Der Zoll nimmt die Einreisebestimmungen
genau. Danach trete ich aus dem Flughafengebäude in der Erwartung abgeholt zu
werden. Eine große Menschenmenge sitzt mir im Halbkreis gegenüber. Ich suche,
aber meine Kollegin aus Berlin ist nirgendwo zu sehen. Ein Taxifahrer fragt
mich, ob er mich mitnehmen soll, aber ich werde ja abgeholt. |
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| Ich warte und warte, der Taxifahrer grinst und fragt erneut. Ich rufe in
Deutschland bei ihren Verwandten an, da Ihre Handynummer nicht funktioniert.
Mein Plan B ist einer der vielen Taxifahrer und ein Hotel auf gut Glück. In
meinem Reiseführer habe ich gelesen, das ein Taxi in die Stadt 10$ kostet und
die Hotelpreise kannte ich ja auch ungefähr. |
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| Nach einer Weile ruft sie mich dann an und sagt, sie ist auf dem Weg. Tja in
Asien ticken die Uhren anders. An diesem Tag war der 5. Tag des asiatischen
Mondkalenders, ganz Vietnam war im Neujahrsrausch, Neujahr wird dort eine Woche
lang gefeiert und meine Kollegin hatte mich erst einen Tag später erwartet und
saß während meiner Ankunft in einem Eiscafe. Ende gut, alles gut. Nachdem ich
ihre und meine Verwandten in Deutschland verrückt gemacht hatte, hat ja alles
dann doch noch geklappt. Ich war mir gar nicht so sicher, warum ich sie nicht
mit dem Handy erreicht hatte. Alle großen deutschen Mobilfunkfirmen haben so
genannte roming-partner in Vietnam und die Handys suchen sich automatisch ein
neues Netz. Ein Telefonat nach Deutschland oder innerhalb von Vietnam ist dann
aber nicht billig und so kann eine vietnamesische Telefonkarte Geld sparen.
Dadurch hat man dann aber auch eine neue Nummer... |
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| Im Hotel habe ich mir dann erst einmal den Schweiß und Gestank von meiner 35
Stunden Reise abgespült. In jedem Hotel gab es Dusch- und Haarshampoo,
abgepackte Zahnbürsten und Kämme.
Nach einem kurzen Abendspaziergang und einer sehr leckeren Nudelsuppe (Pho)
war ich heilfroh über mein Schlafbier aus der Minibar und der Ruhe, die
mich dann umfing :-) |
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Tag 2 - Stadtbesichtigung
| Ich konnte trotz der Zeitverschiebung überraschend gut schlafen und so ging es
zur Stadtbesichtigung. Als erstes erstaunten mich die Unmengen von Mopedfahrern.
Aus dem Volk von Fahrradfahrern scheint ein Volk von Mopedfahrern geworden zu
sein. Was passiert erst mit dem Benzinpreis, wenn die alle dicke Autos fahren?
Und wenn es in China und Indien ähnlich wird? Besonders spannend fand ich auch,
was sich so alles und wie viele Leute sich auf einem Moped transportieren
lassen. In Deutschland hat man schon ein schlechtes Gewissen, wenn man zu dritt
auf dem Krad sitzt! Die Damen bevorzugen auch den Damensitz, den ich nur vom
Reiten kannte. Sie sitzen seitwärts. Wie fühlt Frau sich dann in einer Kurve? Helme? Was ist das? |
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| Das zweite war die Schulkleidung. Die jüngeren Schüler trugen die klassische
Pionierkleidung, wie ich sie auch noch aus der Schulzeit kenne, aber das volle
Programm, nicht nur das Halstuch, wie zu meiner Zeit. Die älteren Schüler tragen
elegante Sachen, die Mädchen das klassische Kleid, das Ao Dai, die Jungs eine
Art Schulanzug. Dazu muss man wissen, das die Schüler mit diesen vornehmen Sachen oft
über Stock und Stein und durch Bäche zur Schule mit dem Fahrrad müssen, es ist
also gar nicht so leicht, vor allem wenn man auf dem Lande wohnt.
Der Witz des Tages war dann die Schulklasse, die sich zum Sport in einem Park
getroffen hatte. Auf der Rückseite der Shirts stand Ernst Thälmann und da
musste ich als alter Schüler der 23. POS Ho Chi Minh schon grinsen.
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| In einem Kaufhaus habe ich mir dann noch Sandalen für 5$ gekauft, die ich die
ganze Reise über anhatte und immer noch trage. Im Kaufhaus gab es feste Preise,
das fand ich ganz angenehm, auf dem Markt muss gehandelt werden. Der Abend war dann noch wunderschön. Wegen des asiatischen Neujahrsfestes war
Saigon mit vielen bunten Lampen geschmückt und es fanden Konzerte und Feste auf
den großen Plätzen statt. Allerdings reisen zu dieser Zeit auch sehr viele
Vietnamesen, es kann also eng werden im Zug.
Wir haben dann noch ein Reisebüro von Sinh Cafe aufgesucht, weil wir uns
erkundigen wollten, welche Ausflüge von Saigon aus unternommen werden können.
Wir wurden sehr gut in Englisch beraten und dachten, das wir vorsichtshalber die
Hotels der nächsten Stationen buchen, damit wir vor Ort nicht suchen müssen. Das
war leider ein Fehler, da es genügend gute Hotels gibt und wir haben also immer
5$-15$ mehr bezahlt, als unsere Mitreisenden, die mit Ihren Hotels auch sehr
zufrieden waren.
Dann haben wir noch für 7$ pro Person einen Tagesausflug zum Mekongdelta
gebucht.
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Tag 3 - Ein Ausflug in das Mekong Delta mit dem Boot
Der dritte Tag begann mit einer Busreise nach My Tho einer Stadt am
Mekong Delta. Die Gruppe war etwas größer, ich denke in dem Bus waren ca. 40
Personen. Dort stiegen wir auf zwei Boote um und fuhren nach Cun Phung (Phönix
Insel). Dort sehen wir uns in einem Dorf um und besichtigten allerlei
Souvenirs hergestellt aus Kokosnüssen.
Dann gab es ein Mittagessen das im Preis von 7$ bereits inbegriffen war, nur
die Getränke mussten extra bezahlt werden. Sehr angenehm fand ich auch die
abgepackten feuchten Stoffservietten, mit denen man sich die Hände vor und nach
der Mahlzeit reinigen konnte. Ach würde doch Mc Doof so etwas anbieten.
Dabei kamen wir mit unseren Tischnachbarn ins Gespräch. Da war eine
Mittelklasse Familie aus Saigon mit klassischem Einzelkind, das erstaunlich gut
englisch sprach für seine 9 Jahre nebst Großeltern und eine junge Frau aus
China. Die Reisegruppen waren immer sehr gut gemischt und man hat immer wieder
neue interessante Leute aus aller Welt kennen gelernt. Die Umgangssprache ist
dabei englisch, aber in jeder Gruppe finden sich auch immer ein paar
deutschsprachige Mitreisende, so das auch der Fremdsprachenfaule nette Leute zum
reden findet.
Das Essen bei den Touren war eher standardisiert aber trotzdem meistens gut.
Es gab oft frische leckere Früchte als Nachtisch, die in Deutschland nur schwer
und schon gar nicht frisch zu bekommen sind. Ansonsten gab es Reis, Fisch,
Frühlingsrollen, Gemüse und verschiedene Fleischsorten. Leider kaum Geflügel zu
dieser Vogelgrippenzeit. Insgesamt braucht man sich in Vietnam keine Sorgen zu
machen, das einem Touristen abgedrehte Spezialitäten aufgetischt werden, die es
natürlich gibt.
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In dem Dorf sah ich meine erste Annanas Pflanze, die
ziemlich klein aussah. Wahrscheinlich gibt es irgendwo die großen
Dinger, aber das war mein erstes Mal. |
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Da war wieder so ein gefährliches Chicken aber zum Glück im Käfig
:-) |
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Ein nettes kleines Dorf in dem die Menschen nicht so arm
leben, wie Sie vielleicht jetzt denken. Sehr idyllisch. Was braucht man
eigentlich zum Leben? |
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Vietnam ist verglichen mit dem Westen ein armes Land und auch die
Kinder versuchen nach der Schule den Touristen etwas zu verkaufen. Hier
haben die Kinder aus einer Art Gras einen Grashüpfer gebastelt. Lien hat
sich erinnert, das sie das früher auch konnte und lässt sich von den
Kindern helfen. Wenn Sie den Kindern 1000 Dong geben, dann sind das 5
Cent. Und auch schon 200 Dong freuen die Kids. Und sie haben sich dabei
Mühe gegeben.
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Blicke aus dem Boot auf einen Flussarm des Mekongdeltas.
Das Wasser ist sehr lehmig. |
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Ein modernes Steinhaus mit Ziegeldach. Die Vietnamesen, die es sich
leisten können decken ihre Dächer nicht mehr mit Stroh, sondern mit
Ziegeln. Mal sehen, wann der Denkmalschutz, die Zu-Spät-Kommer bestraft
:-) |
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Die preiswerten Touren sind auch immer so eine Art
Buttertour. Das Boot hält an einer Werkstatt, wo aus Kokosnüssen und
Zuckerrohr sehr leckere Bonbons hergestellt werden. Sehr natürlich, aber
sicher der Albtraum eines jeden Zahnarztes, da die Masse sehr klebrig
ist. Zuckerrohr und Kokosnussmasse werden gekocht und die klebrige
Masse wird in Formen gegossen, die lange Linien ergeben. Nach dem
Abkühlen werden die langen Stange in kleine mundgerechte Stücken
geschnitten und in Reispapier eingewickelt, das mitgegessen werden kann.
Ich habe nicht nur solche Bonbons gekauft, sondern auch eine Art
Bademantel, der sehr hübsch aussieht, aber nicht aus Frotte ist und
daher das Wasser nicht gut aufsaugt. |
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Die Rückreise mit dem Boot, alle etwas erschöpft. |
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Rückreise nach Saigon am Nachmittag. Es sind eigentlich immer
irgendwelche Schüler unterwegs. An Kindern scheint kein Mangel zu
bestehen und die Kids sind mit dem Fahrrad unterwegs. |
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