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Von Saigon nach Hanoi (Januar / Februar 2004)

Dalat - 30.01.2004

Tag 5 - Dalat und Umgebung

Morgens hatten wir ein schmackhaftes Frühstück im Hotel, das erste, da wir in Saigon im Hotel kein Frühstück gebucht hatten. Vietnamesen essen morgens meist eine Nudelsuppe (Pho) und nicht nur morgens :-) Für die vielen Touris und wohl auch für die Vietnamesen, die keine Pho mehr sehen konnten gibt es Alternativen. Ein Erbe der Franzosen sind sehr leckere Baguette und für die amerikanischen Touris gibt es das übliche Toastbrot *bäh*. Dazu kann man sich Marmelade, Käse oder ein Omelette bestellen. In den teureren Hotels ist die Auswahl besser.

Dazu gibt es einen vietnamesischen Kaffee, der anders ist als den, den wir kennen, aber auch sehr lecker schmeckt. Er wird mit einer sehr süßen und klebrigen Milch getrunken. Die dicke Milch befindet sich auf dem Boden des Glases und je nachdem wie süß der Kaffee sein soll, wird die Milch umgerührt. Aber auch Tee oder O-Saft sind im Angebot, alles aus einheimischer Produktion und sehr schmackhaft.

Danach wurden wir im Hotel von einem russischen Geländewagen für unsere Tagestour abgeholt. Diesmal waren wir eine sehr kleine Gruppe und die Vietnamesen waren in der Überzahl. Da war unser Reiseleiter, unser Fahrer, drei Auslandsvietnamesen und drei Langnasen, wie wir Weißbrote dort auch genannt werden. Wahrscheinlich, weil wir trotz Base Cap einen Sonnenbrand auf der Nase kriegen, wenn wir nicht aufpassen.

Die drei Auslandsvietnamesen kamen aus Amerika, Australien und Berlin. Zu Beginn fragte ich Minh woher er kommt. Er antwortete im Brustton tiefster Überzeugung er komme "from the states". Ich hatte ihn schon verstanden, aber dieser Tonfall und die Wortwahl provozierte in mir eine kindliche Trotzreaktion und ich fragte nach, aus welchen Staaten er denn komme, es gäbe ja viele Staaten auf der Welt. Das schien ihn zu verwirren und ein beliebtes Vorurteil in der Welt zu stützen, das die Amis denken, sie seien alleine auf der Welt. Er antwortete mir das er aus den Vereinigten Staaten kommt und wieder konnte ich es mir nicht verkneifen, ihn zu fragen, aus welchen vereinigten Staaten, da sich ja viele Staaten auf der Welt vereinigt hätten :-) Er war dann ein bisschen entnervt und ich ließ es dabei bewenden. Dafür hat er mich dann auch auf den Arm genommen. Nach dem ich ihm erzählte das meine alte Schule den Namen Ho Chi Minh hatte sagte er mir, das er Minh heiße. Das habe ich erst gar nicht mitbekommen, bis meine Kollegin mir das später erklärte, so ein Schelm aber auch :-)

Der Oberwitz war dann aber Vi, die aus Australien kam und Minh auch fragte, woher er kommt. Er brachte die gleiche dämliche Antwort mit dem gleichen Tonfall erneut. "I'm from the states!" Und sie hat ihn auch gefragt aus welchen Staaten er denn komme und wir hatten uns vorher nie gesehen und auch nicht abgesprochen. Das fand ich sehr lustig und Minh wird sich das wohl nächstes mal überlegen, ob er im Tonfall eines Helden verkündet es sei aus den Staaten.

Vi hatte dann auch noch zwei Freunde aus Australien, die anderen beiden Langnasen, dabei und wir waren eine lustige Truppe, in der die Vietnamesen dominierten.

Unsere Gruppe. Von links Mr. "from the states" Minh, unser Guide, meine Kollegin, Vi und die beiden anderen Australier.

Der erste Stopp war an einem sehr schönen See, Tuyen Lam, den auch viele Vietnamesen besuchten.

Dann besichtigten wir die Linh Son Pagode, mein erster buddhistischer Tempel. Der Tempel war von einem sehr schönen Garten umgeben. Der erste Tempel, den ich von innen sah.
Der Lien Khuong Wasserfall war ein schöner Park. Am See konnten Schlauchboote für eine Paddeltour ausgeliehen werden. Es gab ein Baumhaus und eine hölzerne Hängebrücke.

 
Krokodile sicher eingesperrt. Es gab ein Haus, in dem Handwerkskunst verkauft wurde, die Treppe war ein wenig seltsam und ich bin gestolpert!

Wofür waren denn die beiden Halbkugeln? *staun*

       
Die Mütze hätte ich mir doch kaufen sollen. Sieht doch gut aus oder? Danach ging es zum Chicken Village. Das war der Verkaufsteil. Nette Leute mit vielen Textilien, aber bei mir als Mann waren sie an der falschen Stelle. Sie hatten auch viele Krawatten, aber ich hasse es Kleidung einkaufen zu gehen.

Der Name beruht auf einer alten Geschichte und für die Touris haben sie einen großen Holzhahn aufgestellt.

       
Impressionen von der Landstraße auf dem Rückweg. Blick auf die Stadt und den von Studenten künstlich angelegten See.
       
Schüler ohne Ende, immer und überall.    
Die nächste Station war das Crazy House, das verrückte Haus. Die Tochter eines hochrangigen Politikers hatte in Paris Architektur studiert und dieses ungewöhnliche Museum entworfen. Wenn ich genug Geld hätte, ich würde so ein Hotel auch in Deutschland bauen und als Öko-Wald Hotel vermarkten. Die Zimmer und die Gebäude waren im Stil des Waldes und der Tiere gestaltet. Sehr angenehm und die Zimmer können auch gemietet werden. Vielleicht das passende Ambiente für eine Firmenkonferenz? Das Känguru Zimmer, da freuten sich die Aussies. Es gab auch Bären, Reh und andere Zimmer. Das Känguru ist ein Schrank.
Sitzprobe die erste und die zweite. Die dritte war verboten und deshalb nur für die mutigen.
       
Auch von außen wie ein Baum. In der Halle war der Speisesaal und der Schrein der verstorbenen Eltern. Die Ahnen werden in Vietnam sehr wichtig genommen und noch nicht in Altersheime abgeschoben.
       
Der Garten war auch sehr schön. Eine sehr hübsche Hotelanlage, aber es waren keine Gäste da, zumindest waren keine zu sehen. Schade das unsere Hotels immer so langweilig aussehen. Nun ging es zum Sommerpalast des letzten Königs von Vietnam, der hieß Bao Dai. Der Palast erwies sich dann eher als moderner Bungalow, die Gebäude in Hue sind viel schöner. Die Straßenschuhe mussten wir aber trotzdem ausziehen und in Filzpuschen schlüpfen.
Da hatte jemand ganz viel Freude an den Puschen, die alle anziehen müssen. Einmal Königin sein und die Geschicke der Welt leiten....
....ist da wer? Bungalow Ambiente. Warum muss moderne Architektur immer so ... hm ... anders aussehen? Über die Jahrhunderte wurden doch so schöne Stile entwickelt.
Sleeping Dog. Endlich Mittach. Klassisch Vietnamesisch. Lien hat Aal gegessen und ich habe mal probiert, aber mein Ding ist es nicht. Dann lieber Reis und das leckere Gemüse mit Knoblauch angebraten. (Cai und Rau Muong).....
Das katholische Kloster von Dalat. Es gibt erstaunlich viele katholische Kirchen in diesem buddhistischem Land.

Besonders interessant fand ich wie die Bäume mit Draht in eine künstliche Form gebracht wurden, so etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen.

Das Tal der Liebe war ein ganz hübsche Mischung aus Park und Rummel aber nicht so ganz mein Geschmack. Aber die Vietnamesen mögen es. Abends gab es dann noch ein gemeinsames Essen der Gruppe. Wir bestellten ein großes Fondue mit vielen Beilagen, so konnte ich alles einmal probieren und mit drei Vietnamesen am Tisch hatten wir beim bestellen auch keine Probleme. Ich wusste was ich aß :-)  Obwohl ich ja immer sage ich will es gar nicht wissen, oder wenn, dann erst hinterher :-) Dumm aber glücklich :-)
Zum Abschluss wollten wir noch einen kleinen Bootsausflug auf dem See machen. Dabei hatte ich eine lustige Begegnung. Für vietnamesische Verhältnisse war es ziemlich kalt. Am See standen die üblichen Verkäuferinnen, die Süßigkeiten und Getränke anboten. Ich wurde auch wieder angesprochen.

Die Verkäuferin trug Wollmütze, Handschuhe und einen Mantel, ich hatte kurze Hosen, TShirt und Sandalen an. Wir mussten beide lachen, als wir uns ansahen.

Vietnamesische Wiedervereinigung. Australien trifft Deutschland

 


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