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Von Saigon nach Hanoi (Januar / Februar 2004)

Hoi An und die Schneider - 02.02.2004

Tag 8 - Die Reise nach Hoi An

Am morgen musste ich ziemlich früh aufstehen, da der Bus schon um 7:00 losfuhr. Der Strom ging nicht, die ganze Stadt war nur im Licht der Morgendämmerung erkennbar. Aber nach 15 Minuten ging das Licht wieder an. Nach einem schnellen Frühstück wurden wir vom Bus abgeholt.

Unterwegs fuhr der Bus an vielen schönen Stränden vorbei. Ich denke besonders in der Hochsaison ist es besser außerhalb der Großen Touristenstätte nach einem netten Flecken zu suchen.

Wer einen sucht, am besten im Internet Forum fragen.

Rast an einem Aussichtspunkt. Die frische Kokosnuss ersetzt hier die Cola-Dose.
Unten abgehackt damit sie steht, oben mehr abgehackt und ein Strohhalm rein, fertig ist der Drink. Es war eine sehr kleine und abgelegene Raststätte, wie kommen die zu einer Cornetto Werbung? Das macht mich ein bisschen traurig. Die riesigen Konzerne sind überall auf der Welt anzutreffen und verdrängen die einheimische Vielfalt. Aber die jungen Vietnamesen sehen das wahrscheinlich anders.
Hier landen also die Naturdosen :-) Wieder ein gefährliches Chicken. Ich habe mehrfach von Freunden SMS bekommen, wie gefährlich die Vogelgrippe sei.
Ein altes Grabmahl für die Ahnen, die verstorbenen der Familie. Auch wenn vietnamesische Familien nicht immer harmonisch zusammenleben, ins Altersheim abgeschoben wird keiner.
Für die Ahnen werden prächtige Grabmähler gebaut.
Dabei kann es vorkommen, das das Haus der Familie zu kurz kommt. Wobei ich jetzt nicht weiß, ob den Bewohnern des Hauses auch das Grabmahl gehört. Das Haus lag auf der anderen Straßenseite.
Solche Bilder kenne ich nur aus meiner Jugend und ich bin über den Kontrast erstaunt. Auf der einen Seite eine klare Markt- und Privatwirtschaft, auf der anderen Seite die gleiche einfache Propaganda, die ich in der DDR kennen gelernt habe. Wenigstens ist das politische System stabil und die Menschen sehen nicht sehr unglücklich aus in Vietnam. Es gibt ganz klar viel schlimmere Orte auf der Welt. Ich denke, das sind Relikte aus der Vergangenheit. Vietnam ist im Aufbruch und die Menschen sehen optimistisch und fröhlich aus.

Tag 9 - Stadtbesichtigung in Hoi An und der Besuch beim Schneider

Eine der Attraktionen in Hoi An sind die vielen Bekleidungsläden. Dort wird der Tourist vermessen und dann werden nach den bekannten Versandhauskatalogen Kleidungsstücke geschneidert. In den Läden wird dann der gewünschte Stoff ausgewählt und spätestens hier war ich dann endgültig überfordert :-) Die Kleidungsstücke sind vergleichsweise billig, aber die Qualität ist nicht immer so hoch wie in einem Kaufhaus. Ich habe mir einen Anzug, mehrere Hemden und zwei Stoffhosen machen lassen. Die Hemden sind sehr schön und kosten 5$ das Stück, der Anzug ist ganz OK, ich hätte wohl einen anderen Stoff wählen sollen, aber die beiden Stoffhosen gefallen mir nicht.

Der erfahrenen Kleidungsshopper kann natürlich auch nacharbeiten lassen. Nach der Bestellung ist die Kleidung am nächsten Tag zur Anprobe bereit. Dann wird noch hier und da korrigiert und geändert. Eine sehr interessante Möglichkeit günstig an schöne Kleidung zu kommen. Es gibt eine Riesen Auswahl.

Für die lokalen Sehenswürdigkeiten gab es ein Sammelticket mit dem wir mehrere Orte besichtigen konnten.

Blick aus dem Hotel, in der ganzen Straße befinden sich überall schicke neue Hotels.

Unser Hotel war auch sehr schön, aber in jedem Hotel gab es kleine Mängel. In Nha Trang versank die Badewanne 5 Zentimeter wenn ich rein stieg. Hier hing ein Kabel unmotiviert aus der Wand und die Badtür ging nicht richtig zu. Sonst alles superschick und modern.

Links ein Bekleidungsladen. Rechts habe ich meine Sachen waschen lassen und Fahrräder für 50 Cent am Tag ausgeliehen.

Damit sind wir dann durch die Stadt geradelt.

Fluss mit schwimmenden Restaurant. Das sah Nachts beleuchtet viel schöner aus. Später am Tag hatte ich dann einen Platten. Am Straßenrand hatte ein Handwerker seinen Stand aufgebaut und mir den Schlauch für weniger als einen Euro repariert.
Erste Station war ein altes chinesisches Handelshaus. In Hoi An gab es früher viele chinesische und japanische Händler. Alle Gruppen hatten ihr eigenes schickes Haus: Der Hof nebst Drachenbrunnen.
Tja und so sieht's da drinnen aus. Ein anderes Haus. In einigen historischen Häusern wohnen noch Familien, die Touristen herumführen.
Tja, und dann überall immer diese Pioniere :-) Hier wurde das Halstuch gerade umgebunden. Haben wir früher auch gemacht. Auf dem Weg zur Schule umgebunden und nach dem Appell gleich wieder abgemacht. Aber wir mussten nur manchmal so rumlaufen. Hier scheinen die Schüler es jeden Tag tragen zu müssen.
   
Ein Versammlungsraum mit Postern und Transparenten an der Wand. Nettes Straßencafe. Sehr lecker!
Auf dem Weg zur Pagode, der katholische Friedhof... ...und nebenan gleich der buddhistische...
...vorbei an Reisfeldern... ...und einem noblen Familiengrab...
...erreichten wir die Pagode. Thomas führte uns.  
Die Pagode, Namen hab ich leider vergessen. Friedhof mit Suchbild. Auch Kühe gehen auf den Friedhof.
Tempel in Hoi An Und dann ging es den Hühnern an den Kragen. Hier wurden alle Hühner der Gemeinde auf einen Kahn verladen, der sie dann zu einer Insel bringt, wo sie verbrannt werden sollen. Das wurde angeblich zentral angeordnet, aber ich habe später immer wieder unterwegs Hühner gesehen.

Abends hat uns dann Thomas noch ein Straßenrestaurant in einer Seitengasse gezeigt. Da essen überwiegend die Vietnamesen. Um kleine Tische herum stehen noch kleinere Plastikstühle. Aufgetragen wurde alles was da war, kleine Fleischspieße, Frühlingsrollen, Gemüse, Reis und noch mehr. Am Ende wurde aber nur das bezahlt, was wirklich verzehrt worden war. Den Rest haben sie wieder zurückgenommen.

Jetzt kommt natürlich gleich wieder die Frage was haben sie mit den nicht verspeisten Dingen gemacht. Ich hab nicht nachgesehen, aber wahrscheinlich kam es wieder auf den Grill. Es hat aber sehr gut geschmeckt, war sehr preiswert und ich habe in Vietnam kein einziges mal Durchfall oder Magenprobleme gehabt, obwohl ich vieles gegessen habe.

 


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