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Am Morgen ging es dann weiter und wir verließen Südvietnam und fuhren über den Wolkenpass durch die Wolken in den Nordteil. Aber erst einmal machten wir einen Stopp an den Ngu Hanh Son Bergen. Das sind die fünf Marmorberge, an denen schöne Skulpturen hergestellt werden. Dort konnte man wieder mal etwas kaufen, aber wir bestiegen lieber einen Berg und hätten gerne auch die Tempel dort gesehen, aber dafür war nicht genug Zeit. Schade eigentlich.
Auf dem Wolkenpass begann dann schlagartig schlechtes Wetter. Morgens bin ich noch mit Sandalen, kurzen Hosen und T-Shirt in den Bus gestiegen und ich friere nicht so leicht, aber als ich dann auf dem Wolkenpass (Hai Van) ausstieg, war mir richtig kalt. Es gab so einen leichten, aber sehr durchdringenden Nieselregen und es war windig. Da war eindeutig ein Klimawechsel. Das schlechte Wetter sollte dann noch drei Tage anhalten und ich hatte da nicht die richtige Kleidung dabei. Nur eine Windjacke, einen Pullover und T-Shirts. Aber es war ja auch Februar und in der Türkei kann es auch kühl werden zu dieser Jahreszeit. In Hanoi hatten wir dann aber wieder sehr schönes Wetter und die Shorts konnten wieder rausgeholt werden.
Hue war dann schon etwas überraschend. Der Verkehr viel disziplinierter und alles sehr ordentlich. Es gibt da schon einen Unterschied zwischen dem Süden und dem Norden. Gab es den schon vor den Kriegen?
Ein kurzer Ausflug in die Geschichte. Huê war einer der Hauptkampfplätze während der Tet-Offensive im Januar 1968. Die nordvietnamesischen Vietkong überrannten eine Reihe von Städten und überraschten die Amerikaner und Südvietnamesen mit diesem Angriff zur Zeit des traditionellen vietnamesischen Neujahrsfestes. Das ist in etwa so, als wenn bei uns jemand zu Weihnachten angreift. Huê wurde auch besetzt oder befreit, je nach dem wie der Leser es sehen will. Den Nordvietnamesen wird jedenfalls vorgeworfen, nach der Eroberung von Huê die Stadt nach Kollaborateuren durchsucht zu haben und ca. 3000 Vietnamesen getötet zu haben. Das zeigt auf erschreckende Weise wieder mal, wie subjektiv die Worte Partisan und Terrorist verwendet werden. Hier soll auch nicht verschwiegen werden, das eine demokratische Regierung der USA schwerste Kriegsverbrechen begangen hat. Der Leser mag sich selber an anderer Stelle im Netz informieren.
Leider ist in Huê der Kaiserpalast durch die Kampfhandlungen stark zerstört worden. Zum Glück nicht die Königsgräber, die sich außerhalb von Huê befinden.
Das Hotel in Huê hatten wir leider auch schon in Saigon gebucht. Es war zwar funktional ok, erinnert aber stark an alte FDGB Ferienheime und war wohl das einzige staatlich geführte Hotel auf unserer Reise. Überhaupt kein Flair. Und billig war es auch nicht. Der Frühstücksraum auch nicht gemütlich. Alles irgendwie sozialistisch :-( Die privat geführten Hotels, die es jetzt überall in Vietnam gibt sind da mit Abstand besser. Allen Ostalgikern empfehle ich so einen Aufenthalt, dann sieht man die gute alte Zeit doch gleich wieder viel realistischer.
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