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Von Saigon nach Hanoi (Januar / Februar 2004)

Hanoi - 12.02.2004

Tag 18 und 19 - Sight Seeing in Ha Noi

Dann war ein wenig Ruhe und Verschnaufen mit Stadtbesichtigung eingeplant.

Blick au dem Fenster des Hotels in der Ma May Straße. Keine Autos erlaubt ?
Besuch des National Museum of Vietnamese History. Hm, ein Nationalmuseum, in dem fast alles nur in Vietnamesisch beschriftet ist, bringt mir nicht so viel Spass!

Der Clou waren dann aber die sozialistischen Öffnungszeiten, sehr Angestelltenfreundlich. 8:00-11:30 Uhr und 13:30-16:30. Als normaler Touri kauft man sich also gemütlich um 11:00 seine Eintrittskarte und erfährt dann um 11:30 das der Laden geschlossen wird :-(

Wann können dann eigentlich die hart arbeiten vietnamesischen Volksmassen dieses tolle Museum besichtigen? Nach der Arbeit wohl kaum.

 
Wieder eine Horde Schüler Der Literaturtempel Van Mieu. Eine Art Hochschule für Staatsbeamte der Vergangenheit, die hier vom 11.-19. Jahrhundert nach chinesischem Vorbild ausgebildet wurden.
  Auf diesen Tafeln, von Schildkröten getragen stehen die Namen aller Absolventen.
   
  Buchladen im Literaturtempel, ein zwei deutsche Bücher über Vietnam.
  Altar im Literaturtempel Van Mieu.
Nicht Lenin, sondern Onkel Ho, der Namensgeber meiner 23. Polytechnischen Oberschule Berlin Friedrichshagen, wo ich 10 Jahre zur Schule ging.

Außer der Skulptur einer Vietnamesischen Frau erinnert nicht mehr daran an der heutigen Grundschule in der Peter Hille Straße.

Das ist aber Lê Nin.
Das Museum für Militärgeschichte. So ähnlich war das Museum in Seoul auch, nur das die Südkoreaner auf der Seite der USA kämpfen mussten und fast eben so viele Tote hatten, wie die Amerikaner. Im Vergleich zu den Vietnamesischen Verlusten war es fast nichts. Es sind wohl ca. 58.000 Amerikaner getötet worden, aber ca. 2 Millionen Vietnamesen in Nord und Süd. Und alle im Namen der Freiheit um sie vor dem Kommunismus zu retten! Heroische Heldenbilder, wie auch in Russland, USA, Südkorea und wahrscheinlich allen anderen Ländern der Welt außer Deutschland.
Die Schlacht um Dien Bien Puh in Farbe. Die gelben Linien sind die kleinen Vietnamesen, die sich immer näher an die befestigte Stellung heranarbeiteten. Damals haben die Franzosen abgeloost und danach die Kriegskeule an die Amerikaner übergeben. Die Franzosen haben übrigens von den Briten ihre ehemalige Kolonie zurückbekommen, die versuchte sich von den Japanern zu befreien und dann mit Japanischen Besatzungstruppen unter Britischem Kommando in Schach gehalten wurde, bis die Franzosen nach dem 2. Weltkrieg zurückkehrten.

Und wer war mit dabei? Ein guter Teil der Französischen Fremdenlegion bestand aus ehemaligen Wehrmachtssoldaten und Angehörigen der Waffen SS, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren und jetzt einen neuen Job fanden. Die Doppelmoral westlicher Demokratien ist schon sehr bedenklich und untergräbt immer wieder unsere Glaubwürdigkeit!

Im Hof des Museums standen ein Haufen alter Waffen herum.
Brüderliche Solidarität! Ich wurde 1978 eingeschult und in den ersten Jahren gab es immer wieder Solidaritätsaktionen für unser sozialistisches Brudervolk. Meistens sammelten wir Schüler alte Zeitungen und Flaschen (wir waren das Duale System). Diese gaben wir beim SERO ab und bekamen ein bisschen Geld dafür und das wurde dann für Solidarität gespendet. Es ging darum die beste Klasse mit dem meisten Geld zu werden. Gelegentlich machten wir einen Kuchenbasar, wo jedes Kind einen Kuchen oder Schmalzstullen mitbrachte, die dann in den Pausen in der Schule für 10-20 Pfennig an andere Schüler verkauft wurden und das Geld wurde dann wieder gespendet.

Um 1982 herum war dann auch mal eine Delegation aus Vietnam bei uns zu Besuch und ich habe das erste mal in meinem Leben mit Stäbchen versucht zu essen :-) In der DDR gab es keine China Restaurants.

Der siegreiche Panzer aus Saigon.
Waffen im Hof. Morgens im Hotel den nächsten Tagesausflug buchen.
Shoppen gehen. Taschen ohne Ende und die Qualität der "originalen" Kopien war hier um einiges besser als in der Türkei.
Da hatte jemand seinen Balkon voller Bälle. Ein Warentermingeschäft? Ich glaube Tran Quoc
schöne Pagode nebst Tempel am Ho Tay See  
   
  Die Geschichte Buddhas in Bildern
  hunting dog
sleeping dog sleeping dog II
playing on the streets Park
HIV Aufklärung als Straßenschild? Die Kohlenmänner haben noch nicht auf Moped umgestellt, wahrscheinlich schaffen die Mopeds die Last nicht, die hier ein Fahrradfahrer schafft.
Kathedrale der Franzosen. Da stand früher wohl ein buddhistischer Tempel, aber der wurde plattgemacht. Als was wurde der Erbauer wohl wiedergeboren?  

Im Theater

Abends liefen wir an einem Theater nahe der Ma May Straße vorbei und da war gerade Einlass und Lien fragte was da heute gespielt wurde.

Es war eigentlich keine öffentliche Veranstaltung, aber ihr wurden noch zwei Karten angeboten. Als die Verkäufer mich sahen erhöhte sich der Preis für die zweite Karte plötzlich :-) Sie antwortete: "Er versteht ja nicht mal was gesagt wird!" und da hatte sie recht :-) Von diesem Argument ließen sich auch die beiden Verkäufer überzeugen und ich bekam den Eingeborenenpreis.

Das Theaterstück war eine Art Komödie mit ein paar Gesangseinlagen. Die Musik hat mir sehr gefallen, wenn auch sehr fremdartig. Die Handlung erklärte mir Lien und die war auch nicht so schwer zu verstehen.

Armer, kluger Bauernbursche liebt hübsche Frau, die von den Eltern an einen reichen alten Sack verheiratet werden soll. Das hätte auch ein bayrischer Volksschwank sein können. Hat mir jedenfalls sehr gefallen auch wenn ich nicht viel verstanden habe.
 

 


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